Ambulante Operationen

op-bild2

 

 

Grauer Star – Cataract


Erkrankung

Als grauen Star (Katarakt) bezeichnet man eine Eintrübung der Augenlinse, die meist ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Die Betroffenen bemerken eine zunehmend verschwommene Sicht. Parallel nimmt häufig die Blendempfindlichkeit der Augen zu.  Der graue Star kann durch die Implantation von Kunstlinsen beseitigt werden. Die Operation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen überhaupt und ist ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit.

Ursachen

Neben natürlichen Alterungsvorgängen tragen weitere Faktoren zur Bildung eines grauen Stars bei: Rauchen, Diabetes mellitus, Mangelernährung, Medikamente, UV-Licht, Infrarot-Licht, Augenverletzungen

Symptome

Durch den grauen Star wird die Augenlinse immer trüber. Das einfallende Licht wird gedämpft und somit wird auch die Sicht zunehmend trüb, wie durch einen Schleier. Die Blendempfindlichkeit nimmt zu. Die korrekte Farbwahrnehmung lässt nach. Die Augen gewöhnen sich langsamer an wechselnde Lichtverhältnisse. Auch die räumliche Wahrnehmung verschlechtert sich. Es kann zur Wahrnehmung von Lichthöfen (Halos) um Lichtquellen herum kommen.

Besonders für Autofahrer sind diese Symptome beeinträchtigend. Anfangs unmerklich verläuft der Prozess langsam und schmerzfrei. Die Sehkraft kann im Verlauf erheblich eingeschränkt sein. Da die meisten Menschen über 70 Jahre Symptome entwickeln, empfehlen wir mindestens  einmal jährlich eine Kontrolle Ihrer Augen!

 

Behandlungsmöglichkeiten

Zu Beginn der Entwicklung eines grauen Stars ist häufig noch eine Verbesserungen der Sehleistung durch eine Anpassung der Brillenwerte möglich. Mittelfristig kann aber nur die Operation und der Austausch der getrübten Linse durch eine klare Intraokularlinse eine nachhaltige Sehverbesserung ermöglichen.

 

Indikationsstellung

Wenn eine neue Brille keine befriedigende Sehleistung mehr erbringen kann, sollte die Operation zeitnah erfolgen. Neben einer fortschreitenden Sehverschlechterung können aber auch der zunehmende Härtegrad der Linse, enge Platzverhältnisse im vorderen Augenabschnitt durch eine Dickenzunahme der Linse oder stabilitätsschwächende Eiweißbeschläge auf der Linsenkapsel  (PEX) eine frühzeitige Linsenoperation sinnvoll machen.

 

Vorbereitung

Im Vorfeld der Operation werden die Augen mit weitgetropfter Pupille untersucht. Der Augenhintergrund wird auf zusätzliche Erkrankungen hin untersucht. Hierzu wird eine optische Kohärenztomographie (OCT) von Sehnerv und Netzhaut empfohlen, um Erkrankungen bereits im Frühstadium festzustellen. 

In der sogenannten Biometrie wird die passende Brechkraft der einzusetzenden Linse berechnet. Diese sollte nach  Möglichkeit durch ein optisches Verfahren erfolgen. Dieses bietet genauere Ergebnisse und hat unmittelbare Auswirkungen auf die Präzision der Berechnung der Stärke der zu implantierenden Kunstlinse und somit auf den verbleibenden Sehfehler nach der Operation.

Im nachfolgenden Beratungs- und Aufklärungsgespräch werden Ihnen u. a. die verfügbaren Kunstlinsentypen und ggf. deren Zusatznutzen erläutert und gemeinsam mit Ihnen die für Sie individuell optimale Kunstlinse ausgewählt. Sollten keine wesentlichen Erkrankungen festgestellt werden, kann die Implantation einer Multifokallinsen in Betracht gezogen werden.

Eine hausärztliche Vorstellung zur Prüfung der Narkosefähigkeit muss vor dem Eingriff erfolgen. Dort wird auch die Möglichkeit einer Therapiepause von gerinnungshemmenden Medikamenten (Aspirin, Markumar, Godamed, Xarelto etc.) bzw. die vorübergehende Anwendung einer Alternative (Heparin) besprochen.

 

Intraokularlinsen

Als Ersatz für die natürliche Linse können im Rahmen der Linsenoperation des Auges unterschiedliche Intraokularlinsen mit oder ohne „Zusatznutzen“ implantiert werden.
Wenn Sie nach der Operation brillenunabhängig werden möchten, empfehlen wir Ihnen trifokale Multifokallinsen. Sie ermöglichen Ihnen in der Nähe, in Bildschirmentfernung und in der Ferne eine scharfe Sicht.

Wenn eine relevante Hornhautverkrümmung besteht, kann diese durch torische Multifokallinsen ausgeglichen werden, um die gewünschte Brillenunabhängigkeit zu ermöglichen.

Sollten Sie für die Ferne eine optimale Korrektur Ihres Brechkraftfehlers wünschen, kann bei gleichzeitig bestehender Hornhautverkrümmung eine torische monofokale Intraokularlinse implantiert werden.  
Für eine geringere Blendempfindlichkeit sowie als Schutz gegen schädigendes UV-Lichts bieten sich sogenannte Blaufilter-Intraokularlinsen an. Ein derartiger Schutz ist insbesondere bei vorliegen einer altersbedingte Makuladegeneration ratsam. Dieser Linsentyp erlaubt ein sehr gutes Kontrastsehen sowie Farbsehen und ist grundsätzlich für alle Patienten geeignet. 

Generell sollten für eine optimale Abbildungsqualität asphärische Intraokularlinsen gewählt werden.

Bei der Wahl der richtigen Linse für Ihre Bedürfnisse beraten wir Sie ausführlich im Rahmen der Op-Aufklärung.

 

Anästhesie

Die Graue-Star-Operation wird überwiegend in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sollten Gründe für eine Vollnarkose vorliegen, ist auch dies möglich. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird die Operation ambulant erfolgen können.

 

Ablauf der Operation

Nach der Betäubung ist das Auge schmerzfrei. Der Operateur schafft in Kleinschnitttechnik einen Zugang zum Augeninneren. Die natürliche Linse wird an ihrer Kapsel eröffnet. Dann wird der Linseninhalt verflüssigt und abgesaugt. In die leere Hülle wird die gefaltete Intraokularlinse eingesetzt, die sich dann selbst im Auge entfaltet. Sie übernimmt die Funktion der getrübten natürlichen Linse. Die Zugänge ins Auge sind so schmal, dass sie sich nahtlos spontan verschließen. Damit ist der Eingriff beendet. Abschließend wird das Auge mit einem Augensalbenverband zum Schutz abgedeckt.

 

Nachsorge

Der Verband wird am ersten Tag nach der Operation entfernt und das Auge in der Praxis untersucht. Weitere Kontrollen erfolgen nach einer und ggf. 2-3 Wochen. Über einen Zeitraum von etwa 3 Wochen müssen entzündungshemmende Augentropfen angewendet werden.
In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie nicht schwer heben oder sich anderweitig körperlich stark belasten. Längeres Bücken, Schwimmen, Saunabesuche oder Teilnahme am Sport-Training etc. sollten zwei Wochen pausiert werden.
Über die Fahrtauglichkeit kann frühestens nach einer Woche befunden werden. Eine Brillenverordnung erfolgt frühestens sechs Wochen nach dem letzten Eingriff.



Weitere Informationen zum grauen Star erhalten Sie unter: http://www.augeninfo.de/patinfo/catop.pdf

 

Links

 

Weitere Informationen: DOC-Kongress 2014: Katarakt-OP - mehr als "nur" besseres Sehen

Wissenswertes Intraokularlinsen (IOL)  Trifokale Intraokularlinsen

 

 



 

Sehen ohne Brille  - Refraktive Chirurgie

Fehlsichtigkeiten führen im Wesentlichen zu einer Fokussierung des Lichtes vor (Kurzsichtigkeit/Myopie) oder hinter (Weisichtigkeit/Hyperopie) der Stelle des schärfsten Sehens (Fovea centralis) der Netzhaut. Zu einer verzerrten Abbildung kommt es bei der Stabsichtigkeit (Hornhautverkrümmung/ Astigmatismus). Der Fokus kann durch refraktiv chirurgische Verfahren so optimiert werden, wie es beim normalsichtigen Auge der Fall ist.

Die Korrekturen können entweder an der Hornhaut (refraktive Hornhautchirurgie) oder durch den Austausch der natürlichen Linse (refraktive Linsenchirurgie) vorgenommen werden.
Für Patienten, die noch keine Alterssichtigkeit aufweisen, ist die refraktive Hornhautchirurgie die sinnvollste Maßnahme zur Behebung von Fehlsichtigkeiten.

Ab etwa 50 wird es zunehmend wichtiger, auch einen Ausgleich der Alterssichtigkeit vorzunehmen. Hierzu eignet sich die refraktive Linsenchirurgie mit der Implantation von Multifokallinsen.

Dieser Typ von Intraokularlinsen ermöglicht eine scharfe Sicht in der Nähe, in Bildschirmentfernung und in der Ferne.

Welches Verfahren zur Behandlung in Betracht kommt, kann in unserer Refraktivsprechstunde nach einer ausführlichen Voruntersuchung festgestellt werden.

 

Refraktive Hornhautchirurgie

Mit dem Excimer Laser wird die zuvor exakt bestimmte Fehlsichtigkeit durch Gewebeabtrag korrigiert. Dabei wird die Hornhaut so modelliert, dass das einfallende Licht genau in der Netzhautmitte (Makula) fokussiert wird.

Hierzu bieten wir in unserer Praxis folgende Verfahren an:

LASEK

Das Auge wird mit betäubenden Augentropfen vorbereitet. Mit einer alkoholischen Lösung wird die oberste Zellschicht (Epithel) gelockert und zur Seite geschoben. Nun kann der Laser das darunterliegende stromale Hornhautgewebe entsprechend der Berechnung  abtragen. Das geschieht innerhalb weniger Sekunden. Die Position des Auges wird dabei mit mit einem sogenannten Eye-Tracking-System fortwährend überwacht.  Dadurch wird vermieden, dass etwa durch Augenbewegungen das Abtragungsergebnis verfälscht werden kann, da der Laser stets genau weiß, wo er schon behandelt hat und wo nicht. Am Ende wird das Epithel wieder zurückgeklappt und zum Schutz des Auges eine therapeutische Kontaktlinse eingesetzt. Während der ersten Tage kann es zu Tränenträufeln, Brennen und Blendempfindlichkeit kommen.

Multifokallinsen

Wenn Sie Brillenunabhängigkeit anstreben, bieten Ihnen Multifokallinsen mit mehreren Brennpunkten ein scharfes Sehen in der Nähe, in mittleren Abständen und in der Ferne. Die Kosten für diese Linsen werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

Die häufigsten Fragen zu Multifokallinsen

Kann Brillenfreiheit garantiert werden?
Bei der Entscheidung für Multifokallinsen sollte man sich bewusst machen, dass absolute Brillenfreiheit nicht garantiert werden kann. Es gibt Situation im täglichen Alltag, in denen weiterhin eine Brille erforderlich sein kann. Darunter fällt beispielsweise nächtliches Autofahren oder Naharbeit unter schlechten Beleuchtungsverhältnissen. Den meisten Alltagsanforderungen ist man jedoch ohne Zuhilfenahme einer Brille gut gewachsen. 

Welche Begleiterscheinungen treten auf?
Durch die ringförmige Anordnung der unterschiedlichen Brennweiten auf der Linse können in bestimmten Beleuchtungssituationen Lichtringe (Halos) und Blendungserscheinungen (Glare) entstehen. In der Regel werden diese Phänomene nach einer Eingewöhnungszeit (meist 1-3 Monate) nicht mehr bewusst wahrgenommen.

Wer ist für Multifokallinsen geeignet?
Grundsätzlich sind alle Menschen für Multifokallinsen geeignet, die gesunde Augen und den Wunsch zur Brillenunabhängigkeit haben.
Dabei sollten Sie akzeptieren können, dass eine hundertprozentige Brillenfreiheit nicht in allen Situationen garantiert werden kann und das Halos um Lichtquellen (z. B. beim nächtlichen Autofahren) ein Linsentyp bedingtes bleibendes Phänomen sein können.

Wir beraten Sie gerne und erörtern Ihre individuelle Situation mit Ihnen!

 

 



 

Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit (Presbyopie) wird von der Im Alter lässt die Flexibilität der Augenlinse nach. Dies führt zu einer zunehmenden Weitsichtigkeit. Bereits um das 40. Lebensjahr beginnend muss der Abstand zum Lesen oder für die Naharbeit vergrößert werden.  Um Kleingedrucktes lesen zu können muss früher oder später eine Lesebrille oder Gleitsichtbrille benutzt werden.

Dies ist völlig normal aber gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden angenehm. Für Brillenunabhängigkeit ab etwa dem 50. Lebensjahr empfehlen sich moderne Laser- oder Linsenchirurgische Verfahren.

Refraktive Hornhautchirurgie

Mit der Monovision, auch Goetheblick genannt, ist es möglich in der Ferne und in der Nähe scharf zu sehen. Hierbei wird mit dem Excimer-Laser das Führungsauge auf die Ferne eingestellt und das andere auf eine Kurzsichtigkeit von bis zu -1,5 dpt hin eingestellt. Hierzu eignen sich die PRK oder LASEK.

Damit sieht das normalsichtige Auge in der Ferne scharf und das kurzsichtige Auge in der Nähe. Der Effekt kann vor einer Korrektur mit Kontaktlinsen getestet werden. Für bestimmte Tätigkeiten, zum Beispiel beim Autofahren, ist eine Brille zur Ausgleich der einseitigen Kurzsichtigkeit dennoch empfehlenswert.

Ob die Monovision für Sie geeignet ist, kann erst nach einer ausgiebigen Untersuchung Ihrer Augen entschieden werden.

Refraktive Linsenchirurgie

Wenn beide Augen in Nähe und Ferne sowie im Bildschirmbereich wieder scharf sehen sollen, empfiehlt sich die Clear Lens Extraction der Linsen und die Implantation von trifokalen Multifokallinsen.

 



 

 

Vitrektomie (Glaskörper-Operation)

Erkrankungen

Bei einer Reihe von Netzhauterkrankungen kann eine Heilung nur durch eine Operation herbeigeführt werden. Dazu gehören Glaskörperblutungen, diabetische Netzhauterkrankung, Netzhautablösungen,  Membranbildungen im Netzhautzentrum (epiretinale Gliosen) und Löcher (Makulaforamina) in der zentralen Netzhaut.

Zur Behandlung wird immer auch der Glaskörper entfernt. Der Glaskörper ist eine durchsichtige, gelartige Substanz, die das Auge von Geburt an ausfüllt. Der Glaskörper ist nur in der Entwicklungsphase des Auges erforderlich. Muss der Glaskörper aus gesundheitlichen Gründen entfernt werden, kann er durch eine medizinisch geeignete Flüssigkeit oder ein Gas ersetzt werden. Das Auge bildet die Flüssigkeit nach der Operation von selbst nach.

Ursachen

Membranbildungen (epiretinale Gliose) und Löcher im Netzhautzentrum (Makulaforamen) sind meist Folge von Altersveränderungen. Einblutungen in den Glaskörper können im Rahmen von Gefäßerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), als Folge einer Verletzung oder einen Riss in der Netzhaut entstehen.

Symptome

Veränderungen an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) führen meist zu einer Sehverschlechterung. Vor allem in der Mitte des Blickfeldes kommt es zu Verzerrungen, Wahrnehmung krummer Linien oder auch Größen- und Farbverschiebungen der betrachteten Objekte. Bei einer Blutung wird je nach Ausmaß die Sehschärfe erheblich herabgesetzt sein und das Blickfeld auch über das Zentrum hinaus eingeschränkt sein. Meist werden bewegliche dunkle Schwaden bemerkt.

Die diabetische Netzhauterkrankung schreitet langsam voran. Merkbare Leistungseinschränkungen oder gar Blutungen treten in der Regel nach langer Erkrankungsdauer oder mehrjähriger schlechter Blutzuckereinstellung auf. Krankhafte Gefäßneubildungen können wiederum zu Einblutungen in den Glaskörper führen. Im schlimmsten Fall droht eine Netzhautablösung.

Behandlungsmöglichkeiten

Neben der Glaskörperoperation kann bei sehr kleinen Makulaforamina mit anhaftendem Glaskörper oder einer sogenannten vitreofovealen Traktion (Glaskörperzug an der Makula) eine Medikamenteneingabe in den Glaskörper per Spitze in Frage kommen. Das Medikament Jetrea® kann Eiweißbindungen auflösen und umschriebene Läsionen zur Heilung bringen. Ob diese Option in Betracht kommt, hängt vom Ergebnis der bildgebenden Untersuchung (OCT) ab.

Indikationsstellung

Wenn ein Makulaforamen entsteht, wird die Sehleistung deutlich abfallen. Sofern sich der Verdacht in einer bildgebenden Untersuchung (optische Kohärenztomographie - OCT) bestätigt, wird die Glaskörperentfernung und in der Regel auch eine Membranentfernung an der Netzhautoberfläche indiziert.
Bei einer isolierten Membranbildung ohne Strukturdefekte der Netzhaut kann je nach Ausmaß der Veränderungen der Befund regelmäßig kontrolliert werden. Wenn jedoch die Sehschärfe schlecht oder ein Fortschreiten der Erkrankung beobachtet wird, sollte der Eingriff erfolgen.
Blutungen müssen je nach Ursache zeitnah operiert werden oder auf ihre spontane Auflösung hin regelmäßig kontrolliert werden. Falls aber eine Blutung über mehrere Wochen hinweg keine Tendenz zur Auflösung zeigt, wird ein Eingriff empfohlen.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Operation werden die Befunde durch bildgebende Untersuchungen (OCT) bestätigt und in ihrem Umfang bewertet. Wenn das betreffende Auge über eine natürliche Linse verfügt, wird das Auge vorsichtshalber ggf. auch geplant auf eine Graue Star Operation hin vorbereitet und vermessen.
Eine hausärztliche Vorstellung zur Prüfung der Narkosefähigkeit muss vor dem Eingriff erfolgen. Dort wird auch die Möglichkeit einer Therapiepause mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Aspirin, Markumar, Godamed, Xarelto etc.) bzw. die vorübergehende Anwendung einer Alternative (Heparin) besprochen.

Anästhesie

Eine Vitrektomie kann abhängig von der individuellen Situation ambulant oder stationär in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Ablauf der Operation

Die Operation erfolgt unter lokaler Betäubung oder in Vollnarkose. Zunächst legt der Chirurg drei kleine, weniger als 1 mm große Zugänge für die Instrumente an. Der Glaskörper wird mittels eines Saug-Schnittwerkzeug und einer Spüldrainage zur Aufrechterhaltung des Augendruckes entfernt.
Anschließend werden die Netzhautveränderungen versorgt. Bei diabetischer Netzhauterkrankung wird die Netzhaut endoskopisch gelasert. Auch periphere Netzhautlöcher können per Laser oder durch eine Kälteeinwirkung von aussen behandelt werden.

Veränderungen an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula), z.B. Membranen bei epiretinaler Gliose, werden durch Farbstoffe dargestellt und mit feinsten Pinzetten entfernt.

Je nach Situation kann es notwendig sein, den Glaskörper vorübergehend mit Gas oder Silikonöl zu ersetzen, um die Heilung der Netzhaut zu fördern. Gas löst sich innerhalb einiger Wochen auf, Silikonöl muss in einem Folge-Eingriff entfernt werden.

Die Dauer des Eingriffs hängt vom Aufwand der endoskopischen Maßnahmen bzw. des Ausmaß der Erkrankung ab und beträgt typischerweise 30 - 60 Minuten.

Die Schnitte für die Instrumente sind so klein, dass sie nach Vitrektomie hinter der Bindehaut verschwinden und in der Regel nicht genäht werden müssen. Nach dem Eingriff können Piecksen, Scheuern, Tränen und ein Druckgefühl auftreten. Schmerzen verspüren Sie minimal bis gar nicht. Die Gasfüllung führt anfänglich zu einem ausgeprägten Verschwommensehen und nimmt über ca. 2 Wochen langsam ab.

Als Nebeneffekt der Operation wird eine schnellere Eintrübung der Augenlinse (Katarakt / Grauer Star) beobachtet, so dass bei Augen mit beginnendem Grauen Star ggf. eine Katarakt-Operation gleichzeitig mit der Vitrektomie erfolgt.  Wenn die Linsenoperation nicht unmittelbar erfolgt, wird sie doch häufig bereits innerhalb von einigen Monaten bis wenigen Jahren nötig. Der Grund dafür ist eine verfrühte Trübung der Linse infolge der Gasfüllung des Auges.

Nachsorge

Am Tag nach dem Eingriff erfolgt die Verbandabnahme und eine erste Untersuchung. Die Häufigkeit der Folgeuntersuchungen hängt vom Befund ab.

Nach dem Eingriff müssen Sie Augentropfen für 3-4 Wochen anwenden. Sie sollten bis zu 3 Wochen keinen Sport treiben, nicht schwimmen und nicht Fliegen. Schonen Sie sich. Vermeiden Sie unbedingt, am Auge zu reiben oder fest zu drücken. Nach etwa 4 Wochen ist Ihr Auge abgeheilt.

Die Behandlungsergebnisse sind abhängig von den Vorschäden durch die Netzhauterkrankung. Es kann es aufgrund der langsamen Regeneration der Sinneszellen der Netzhaut bis zu einem Jahr dauern, bis die endgültige Sehschärfe erreicht wird.

 



 

 

Grüner Star - Glaukom

Erkrankung

Weltweit zählt der grüne Star (Glaukom) zu den häufigsten Ursachen einer Erblindung. Schätzungen über die Häufigkeit unerkannt Erkrankter in Deutschland gehen in die Millionen.
Als Glaukom oder Grüner Star wird eine Vielzahl von Augenerkrankungen bezeichnet, die unbehandelt den Sehnerv zerstören. Dieser irreparable Schaden kann durch eine rechtzeitige Diagnosestellung und Behandlung verhindert werden.
Da viele Formen des grünen Stars mit einer Erhöhung des Augendrucks einhergehen, kann eine Vorsorgeuntersuchung mit Augendruckmessung frühzeitig Hinweise auf eine Erkrankung geben. Wir raten Ihnen daher, den Empfehlungen des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) und der American Academy of Ophthalmology (AAO) folgend, zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Ursachen

Zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut zirkuliert das Kammerwasser. Es wird ständig in einer Drüse, dem Ziliarkörper produziert. Um das gesunde Gleichgewicht herzustellen, fließt die entsprechende Menge von Kammerwasser über den Kammerwinkel ab. Damit wird die Gesundheit der Linse und Netzhaut gewährleistet. Sobald der Abfluss behindert ist, steigen der Augeninnendruck und damit das Risiko erheblich, an einem Glaukom zu erkranken.

Symptome

Der Erkrankte bemerkt Veränderungen selbst erst im Spätstadium, wenn über 90% der Nervenfasern am Sehnervenkopf (= Papille) zerstört sind und bereits deutliche Gesichtsfeldbeeinträchtigungen bestehen. Diese Einschränkungen können mit einer Gesichtsfeldprüfung (Schwellenwertperimetrie) erfasst werden.

Moderne Untersuchungsmöglichkeiten

Die optimale Verlaufsbeurteilung und Früherkennung von Veränderungen am Sehnerven sind durch neue digitale, bildgebende Untersuchungsverfahren möglich. Die Untersuchungen liefern die Entscheidung, ob die Behandlung des Grünen Stars begonnen oder intensiviert
werden muss. Sie benötigen nur kurze Zeit und sind für den Patienten belastungs- und schmerzfrei.

OCT: Ermittlung der Nervenfaserschichtdicke zur Erkennung von (Früh-) Schäden beim Glaukom

Das OCT arbeitet mit Lasertechnologie, und ein Computer errechnet aus den eingegangenen Daten ein Bild. Durch diese Messung ermitteln wir die genaue Größe der Papille
und die Tiefe der Exkavation.
Schäden der Nervenfaserschicht können so um bis zu sechs Jahre früher als durch die Gesichtsfeld-Untersuchung oder die klassische Sehnervenkopfuntersuchung erkannt werden.


HRT: Dreidimensionale Oberflächenanalyse der Papille

Eine Laserkamera vermisst den Sehnervenkopf, und ein Computer wertet das Höhenrelief mit mehreren zehntausend Messpunkten anhand einer großen Datenbank mit gesunden und krankhaften Befunden aus. Mit dem HRT sind Veränderungen nachweisbar, bevor eine subjektive  Funktionsverschlechterung auftritt.

Pachymetrie: Messung der Hornhautdicke

Bei der Einstellung des Augeninnendruckes kommt es auf die Genauigkeit der Messung an. Gerade bei Glaukom-Patienten weicht die Hornhautdicke oft von der durchschnittlichen Dicke (0,55 mm) ab. Bei einer dickeren Hornhaut wird der Augeninnendruck zu hoch, bei einer dünneren Hornhaut wird dieser zu niedrig gemessen. Abweichungen bis zu 10 mm Hg können mit der Dickenmessung der Hornhaut erkannt werden und in der Therapie Berücksichtigung finden.

Für welche Patienten sind diese Untersuchungen sinnvoll?

•  für alle Glaukom-Patienten
•  für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck (ohne weitere Glaukom-Zeichen)
•  für Patienten mit Veränderungen am Sehnervenkopf
•  für Patienten, die besondere Risikofaktoren für eine Glaukom-Erkrankung aufweisen, z.B.:
- hohe Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit  
- allgemeine Durchblutungsstörungen,
- Diabetes mellitus
- familiäre Vorbelastung
- dunkle Hautfarbe
- Migräne bzw. Gefäßkrämpfe (Vasospasmus)
- Zustand nach einer Augenverletzung
•  für alle, die sich eine besonders gründliche Vorsorge-Untersuchung ihrer Augen wünschen.

Wer trägt die Kosten für diese Untersuchungen?

Für keine der beschriebenen Diagnosemöglichkeiten gibt es eine Kostenübernahme der
Gesetzlichen Krankenkassen.  
Die Leistungen sind Selbstzahler-Leistungen (IGeL), die gemäß der Gebührenordnung für
Ärzte (GOÄ) abgerechnet werden. Von Privaten Krankenversicherungen werden die Kosten in
der Regel übernommen.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Senkung des Augeninnendrucks ist das Ziel jeder Glaukom-Therapie. Das Glaukom wird in den meisten Fällen mit Augentropfen behandelt, die mindestens einmal pro Tag angewendet werden. Es müssen ggf. mehrere Wirkstoffe kombiniert werden. Da die Erkrankung chronisch ist, handelt es sich um eine Dauertherapie. Leider bringt diese Behandlung nicht bei jedem Patienten den gewünschten Erfolg oder eine Fortsetzung der medikamentösen Therapie ist aufgrund von Nebenwirkungen nicht möglich. Für diese Situationen sowie bei fortgeschrittener Erkrankung stehen uns verschiedene laserchirurgische Verfahren zur Verfügung.


Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT)

Die SLT ist eine hoch wirksame und schonende Laserbehandlung, die den Augeninnendruck deutlich verringern kann (im Durchschnitt Reduktion um 25% bei ca. 85% der behandelten Patienten). Die Laserbehandlung erfolgt sitzend in den Praxisräumen und dauert nur wenige Minuten. Die SLT ist schmerzfrei und es gibt keine relevanten Nebenwirkungen. Die Behandlung kann im Bedarfsfall wiederholt werden. Durch die extrem kurzen Laserimpulse entstehen keine thermischen Schädigungen im Auge. Der Laser wirkt gezielt auf Pigmente, ohne umliegendes Gewebe zu zerstören.

Ablauf der Behandlung
Vor der SLT wird das Auge zunächst mit pupillenverengenden Augentropfen vorbehandelt. Danach wird mit leicht brennenden Tropfen eine milde örtliche Betäubung hergestellt. Nach Aufsetzen eines Behandlungsglases werden die Laserimpulse durch das Mikroskop abgegeben. Einige Tage nach der Behandlung sollte der Augeninnendruck merklich gesunken sein. Wir kontrollieren den Erfolg in regelmäßigen Abständen.

Die SLT-Behandlung kann schon frühzeitig alternativ zur Tropfenbehandlung erwogen werden. Dies gilt insbesondere für Patienten, die unter Nebenwirkungen von Augentropfen leiden.

Zyklophotokoagulation

Dieses Verfahren wird vorranging bei sehr fortgeschrittenen Glaukomen eingesetzt, die einer sehr starken Drucksenkung bedürfen. In diesen Fällen kommt häufig eine klassische Glaukomoperation (Trabekulektomie, siehe unten) nicht mehr in Betracht. Bei der Zyklophotokoagulation wird durch einen Diodenlaser der Strahlenkörper (Ziliarkörper) hinter der Lederhaut behandelt. Seine pigmentierten Zellen werden von der Laserenergie erhitzt und teilweise verödet. Dadurch wird weniger Kammerwasser produziert und der Augeninnendruck sinkt.

Ablauf der Behandlung:
Unter örtlicher Betäubung oder in Allgemeinanästhesie wird im Operationssaal in liegender Position eine Lasersonde auf das Auge gesetzt. Sie gibt die Energie an den Strahlenkörper ab.  Meist sind mehrere Behandlungen nötig, da Überdosierungen vermieden werden müssen und Unterdosierungen aufgrund der individuellen Eigenschaften der Augen bei der ersten Behandlung üblich sind.

YAG-Laseriridotomie

Ein Sonderfall ist das Engwinkelglaukom. Durch verengte Verhältnisse in der vorderen Augenkammer kommt es allmählich oder anfallsweise (Glaukomanfall) durch Erweiterung der Pupille im Dunkeln oder z. B. durch Medikamente zu Augeninnendrucksteigerungen.

Ein Glaukomanfall geht mit starken Beschwerden einher. Es treten über dem betroffenen Auge starke Kopfschmerzen auf, teilweise gar Übelkeit und Erbrechen. Das Auge ist stark gerötet und durch eine Schwellung der Hornhaut kommt es zu einer Sehverminderung mit Sehen von Regenbogenfarben und Farbkreisen (Halos). Achtung: Häufig werden die Symptome mit einer beginnenden Grippe verwechselt!

Bei derartigen Beschwerden sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, da sonst innerhalb von Stunden ein nachhaltiger Schaden droht.

Zur Verhinderung eines Glaukomanfalls wird mit einem Laser eine kleine Öffnung in der Regenbogenhaut (Iris) geschaffen (YAG-Laseriridotomie), um damit den Abfluss des Kammerwassers auch bei weiter Pupille zu gewährleisten.

Wenn bei einem Patienten mit Engwinkelglaukom gleichzeitig auch ein Grauer Star (Katarakt) vorliegt, kann oft alleine durch eine Linsen-Operation der Augeninnendruck dauerhaft gesenkt werden.


Ablauf der Behandlung
Die YAG-Laseriridotomie ist sehr risikoarm und wird im Sitzen in den Praxisräumen durchgeführt. Ein Kontaktglas wird nach Tropfenbetäubung auf die Augenoberfläche gesetzt, um das Behandlungsareal einsehen zu können. Die eigentliche Laserbehandlung dauert nur wenige Minuten und ist nur ein wenig zu spüren. Ein Verband ist anschließend nicht erforderlich.

Nachsorge

Bei allen genannten Verfahren erfolgt innerhalb der ersten Tage nach der Behandlung eine Befundkontrolle in der Praxis. Je nach Erfordernis werden reizmindernde Augentropfen angesetzt.

Für den Fall, dass die Laserverfahren bei Ihnen nicht in ausreichendem Maße wirken, besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit, die medikamentöse Behandlung fortzusetzen.

Glaukom-Operation (Trabekulektomie)

Sollten die beschriebenen Möglichkeiten (Augentropfen/Laserchirurgie) nicht ausreichen, so kann eine Operation mit Anlage einer Fistel, des sogenannten Sickerkissens, in Betracht gezogen werden.

Dabei wird ein neuer Abfluss für das Kammerwasser künstlich hergestellt. Diese Behandlung erfolgt stationär.

Die Kosten der genannten Therapieverfahren trägt die Krankenkasse des Versicherten.

 



 

 

Kosmetische Lidoperationen


1. Lidstraffung der Oberlider und Unterlider

Die Lid- und Augenregion ist das zentrale Element des Gesichtes und prägt unser äußeres Erscheinungsbild.

Die Haut der Lider enthält lockeres Bindegewebe. In der Jugend ist dieses Gewebe straff und elastisch. Im Laufe des Lebens lässt die Elastizität der Lidhaut nach, und es kommt zu Flüssigkeitseinlagerungen. Auf diese Weise entstehen im Oberlidbereich "Schlupflider" und im Unterlidbereich "Tränensäcke".
Neben diesem natürlichen Alterungsprozess gibt es eine rein anlagebedingte Neigung zu Tränensäcken und Schlupflidern bereits in jungen Jahren.
In ausgeprägten Fällen führt die herabhängende Haut zu Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Durch Vorfall von Fettgewebe aus der Augenhöhle entstehen Tränensäcke.

Behandlungsmöglichkeiten:   

In einer ggf. laserunterstützten Operation wird die überschüssige Lidhaut entfernt. Bei Bedarf wird das aus der Augenhöhle vordrängende Fettgewebe abgetragen. Der nach der Operation angelegte Verband kann am nächsten Tag entfernt werden.
Wir führen die Lidoperationen ambulant durch. Der Eingriff kann wahlweise in lokaler Betäubung oder in Rauschnarkose erfolgen.

Hier finden Sie einen interessanten Beitrag des NDR zum Thema:
"Schlupflider: Wann ist eine OP nötig?"


2. Entfernung von Altersflecken und Warzen   

In einer ggf. laserunterstützten Operation werden die Hautveränderungen entfernt. Eine histologische Gewebeuntersuchung wird im Bedarfsfall durchgeführt.



Sonstige Lidoperationen

- Lidfehlstellungen (Entropium /Ektropium )
- Lidtumoren   
- Flügelfell (Pterygium)


Operationen der Tränenwege

Eine neuartige Behandlungsmethode des trockenen Auges ist das Einsetzen eines Punktum plugs. Es ermöglicht eine erfolgreiche Therapie bei Fällen, in denen trotz medikamentöser Behandlung mit Augentropfen ständig Beschwerden bestehen oder aufgrund anderer Umstände die Anwendung von Tropfen nicht möglich oder lästig ist.
In dieser Situation kann mit Hilfe des Punktum plugs eine Besserung der Ausgangslage und Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Der Eingriff ist für den Patienten nicht belastend und schmerzfrei.

In über 90% der Fälle kommt es zur durchgreifenden und nachhaltigen Besserung der Beschwerden.
Durch den Punktum plug behalten Sie Ihre eigenen Tränen länger am Auge. Dies ist von Vorteil, da die eigenen Tränen im Gegensatz zu künstlichen Tränen körpereigene Abwehrstoffe enthalten.
Die Tränenflüssigkeit fließt über die Tränenwege in die Nase ab. Dieser Abfluss wird mittels Punktum plug soweit reduziert, bis Beschwerdefreiheit erreicht ist. Nach diesem Eingriff sind die Augen nicht mehr trocken, in vielen Fällen auch ohne zusätzlichen Einsatz von Augentropfen.

Das ständige Tropfen entfällt und die Lebensqualität steigt. Unverträglichkeiten sind sehr selten. In solchen Fällen werden die Stopfen mit wenigen Handgriffen wieder entfernt.

Bei einer übermäßigen Tränenproduktion („Leckauge“) kann ebenfalls mit einem speziellen Punctum plug Abhilfe geschaffen werden, indem der Tränenabflusskanal erweitert und aufgehalten wird.

 



 

OP-Standorte sind Rendsburg, Neumünster, Tellingstedt und das MARE Klinikum in Kiel-Kronshagen.

Weitere Informationen und eine individuelle Beratung erhalten Sie in unserer Sprechstunde.